
Während sich Al Ahly auf seinen rekordverdächtigen zehnten Auftritt bei der Klub-Weltmeisterschaft vorbereitet – ein Meilenstein, der in der afrikanischen Fußballgeschichte seinesgleichen sucht – droht FIFAs verzweifelter Last-Minute-Ticketverkauf das Prestige des Turniers zu untergraben. Nur wenige Tage vor dem Eröffnungsspiel am Samstag gegen Inter Miami arbeitete die FIFA mit dem Miami Dade College zusammen, um vier kostenlose Tickets für jeden Einkauf im Wert von 20 Dollar anzubieten, was einem effektiven Eintrittspreis von 4 Dollar pro Person entspricht, um das Hard Rock Stadium zu füllen. Dieser Ausverkauf erfolgte, nachdem nur 20.000 Tickets für das 65.000 Plätze fassende Stadion verkauft worden waren – trotz der Teilnahme von Lionel Messis Inter Miami – und offenbart gravierende Fehleinschätzungen in FIFAs ursprünglicher Preisstrategie von 100 bis 200 Dollar für Gruppenspiele. Für ägyptische Fans, die reisen, um Afrikas erfolgreichsten Klub zu unterstützen, spiegelt dies ein größeres Muster wider, bei dem kommerzielle Prioritäten das sportliche Erbe überlagern.
Die Optik spärlich besetzter Tribünen könnte besonders nachteilig für Al Ahly sein, dessen Gruppenspiel gegen Palmeiras im Lincoln Financial Field in Philadelphia bereits bedenkliche Leerstände aufweist. Während UEFA-Giganten wie Real Madrid Premiumpreise erzielen, wirkt sich das dynamische Preismodell der FIFA unverhältnismäßig stark auf Spiele mit nicht-europäischen Teams aus. Al Ahlys Kapitän Mohamed El Shenawy äußerte die Befürchtung, dass die Atmosphäre eher an „ein Vorbereitungsspiel als an ein globales Turnier“ erinnern könnte, was möglicherweise den Heimvorteil gegen europäische Gegner in späteren Phasen abschwächen würde. Da die Teilnahmeprämien für CAF-Klubs (9,55 Mio. $) bereits über 25 % hinter dem UEFA-Minimum (12,81 Mio. $) liegen, verstärkt die Ticketkrise die bestehenden finanziellen Ungleichheiten.
DAZNs kostenloser globaler Stream erhöht zwar die Zugänglichkeit, könnte jedoch die Stadionbesuche weiter entmutigen. Für Al Ahlys riesige nordafrikanische Fangemeinde stellt der Anstoß um 20 Uhr ET (2 Uhr morgens Kairoer Zeit) eine zusätzliche logistische Herausforderung dar. Die Hoffnung von FIFA-Präsident Gianni Infantino, dass „das Interesse wachsen wird, sobald das Spiel beginnt“, wirkt besonders unsensibel gegenüber einem Klub, der nach seinem dominanten CAF-Champions-League-Triumph die Hoffnungen Ägyptens trägt. Der Fokus des Verbandes liegt nun darauf, sicherzustellen, dass ägyptische Fans bei einem möglichen Weiterkommen von Al Ahly nicht aufgrund hoher Preise von den K.o.-Spielen ausgeschlossen werden – obwohl die Tickets für das Finale im MetLife Stadium trotz Preisnachlässen weiterhin bei rund 300 Dollar liegen.
Durch künstliche Intelligenz erzeugtes Bild